Warum brauchen Achsen unterschiedlichen Luftdruck?

Achsen brauchen unterschiedlichen Luftdruck, weil Vorder- und Hinterachse verschieden belastet sind und CP-Reifen an der Hinterachse bei gleichem Druck anders bewertet werden.

Bei Wohnmobilen liegt oft mehr Last hinten: Heckgarage, Wassertank, Fahrradträger und längerer Überhang verschieben die tatsächliche Achslast zur Hinterachse. Deshalb reicht ein einheitlicher Druckwert für “das Fahrzeug” nicht aus. Entscheidend ist die Last, die pro Reifen auf der jeweiligen Achse ankommt.

Bei CP-Reifen kommt eine zweite Besonderheit dazu. Hersteller können Vorder- und Hinterachse unterschiedlich freigeben; die im Referenzdatenbestand ausgewerteten Michelin- und Continental-Tabellen stützen dafür einen Hinterachs-Faktor von rund 0,889, sind aktuell aber nur teilweise als frei zugänglicher Primärtext verifizierbar. Das erklärt, warum Hersteller für die Hinterachse teils höhere Drücke nennen, obwohl vorne und hinten dieselbe Reifengröße montiert ist.

Der Rechner für Reifentragfähigkeit und Luftdruck prüft deshalb Vorder- und Hinterachse getrennt. Er zeigt die nötige Tragfähigkeit je Reifen und den Mindest-Load-Index, ersetzt aber keine konkrete Drucktabelle des Reifenherstellers.

Für die Praxis heißt das: erst achsweise wiegen oder sauber planen, dann die passende Hersteller-Drucktabelle zur Reifengröße und Achsposition prüfen. Ein pauschaler Druckwert aus Foren oder von einem anderen Fahrzeug ist dafür zu ungenau. Stand: 20.08.2026.