Achslastverteilung und Beladeplan
Berechne, wie Zuladung Vorder- und Hinterachse getrennt belastet und warum Heckgarage oder Fahrradträger die Hinterachse stärker treffen.
Der Rechner zeigt getrennt, wie viel Zusatzlast auf der Vorderachse und auf der Hinterachse ankommt. Das ist die eigentliche Frage beim Beladen: Ein Wohnmobil kann unter der zulässigen Gesamtmasse bleiben und trotzdem eine Achse überlasten. Wer zuerst die Gesamtreserve prüfen will, beginnt mit dem Zuladungs- und Restnutzlast-Rechner.
Was der Rechner berechnet
Die Rechnung nutzt das Hebelgesetz über den Radstand und Überhang. Liegt eine Zuladung zwischen den Achsen, verteilt sie sich auf Vorder- und Hinterachse. Je näher der Schwerpunkt an der Hinterachse liegt, desto größer wird der Hinterachsanteil.
Liegt die Last hinter der Hinterachse, kippt die Rechnung: Die Hinterachse bekommt mehr Zusatzlast, als das Gepäck wiegt, und die Vorderachse wird rechnerisch entlastet. Genau deshalb sind Heckgarage, Fahrradträger und Motorradträger kritischer als eine gleich schwere Tasche nahe der Fahrzeugmitte.
Eingaben
Der Radstand ist der Abstand von Vorderachsmitte zu Hinterachsmitte. Er steht meist im Datenblatt oder Prospekt; wenn nicht, reicht eine Messung an der Fahrzeugseite für diese Überschlagsrechnung aus. Die Spezifikation rechnet bei zwei Zentimetern Messfehler im Beispiel mit weniger als 0,5 kg Ergebnisabweichung. Das ersetzt keine Verwiegung, verhindert aber falsche Scheingenauigkeit.
Für die zulässigen Achslasten braucht der Rechner die Werte aus der Zulassungsbescheinigung Teil I: Feld 8.1 für Achse 1, Feld 8.2 für Achse 2 und Feld 8.3 für Achse 3. Feld 7.1 bis 7.3 bezeichnet dagegen die technisch zulässige maximale Achslast/Masse je Achsgruppe. Die tatsächlichen aktuellen Achslasten sind optional. Wer sie von einer öffentlichen, geeichten Waage kennt, erhält zusätzlich die Reserve bis zur zulässigen Achslast vorne und hinten.
Beispiel: zwei E-Bikes am Heckträger
Ein typischer Hebelfall: 60 kg Zusatzgewicht sitzen 1,50 m hinter der Hinterachse, der Radstand beträgt 3,80 m.
Zusatzlast Hinterachse = 60 kg × (3,80 m + 1,50 m) / 3,80 m = 83,7 kg
Wirkung Vorderachse = -60 kg × 1,50 m / 3,80 m = -23,7 kg
Probe = 83,7 kg - 23,7 kg = 60,0 kg
Die Hinterachse bekommt also rund 84 kg zusätzlich, obwohl der Träger nur 60 kg trägt. Die fehlenden rund 24 kg werden an der Vorderachse entlastet. Der Ratgeber Achslast richtig verteilen und beladen ordnet ein, warum dieser Effekt bei langen Hecküberhängen so schnell relevant wird.
Ergebnis richtig lesen
Die beiden wichtigsten Werte sind die Zusatzlast Hinterachse und die Wirkung auf die Vorderachse. Eine negative Vorderachs-Wirkung ist kein Rechenfehler, sondern der Hebelarm hinter der Hinterachse. Mit gewogenen Ausgangswerten zeigt der Rechner zusätzlich die resultierende Achslast vorne und hinten sowie die jeweilige Reserve.
Eine negative Reserve heißt: Diese Achse wäre rechnerisch über ihrer zulässigen Achslast. Dann hilft es nicht, nur auf die Gesamtzuladung zu schauen. Die Ladung muss leichter werden, weiter nach vorn wandern oder das Fahrzeug muss achsweise gewogen und technisch geprüft werden.
Die FAQ Warum reicht die Prüfung der Gesamtzuladung allein nicht? fasst diesen Prüfschritt als Kurzantwort zusammen.
Grenzen der Rechnung
Der Rechner verteilt ein einzelnes Gepäckstück oder eine zusammengefasste Zusatzlast. Er ersetzt keinen amtlichen Wiegeschein und keine technische Abnahme. Für den Betrieb gelten die Werte deines Fahrzeugs und die zulässigen Achslasten; der Rechtsrahmen ist § 34 StVZO. Stand: 20.08.2026.
Die nächste Kettenstufe ist die Reifentragfähigkeit nach tatsächlicher Achslast.
Quellen
Statisches Hebelgesetz (Momentengleichgewicht)
Häufige Fragen
Warum reicht die Prüfung der Gesamtzuladung allein nicht?
Die Gesamtzuladung reicht als alleinige Prüfung nicht, weil Vorder- und Hinterachse eigene Grenzwerte haben und separat innerhalb ihrer zulässigen Achslast bleiben müssen.
Die zulässige Gesamtmasse beantwortet nur die Frage, ob das Wohnmobil insgesamt zu schwer wird. Sie sagt nicht, auf welcher Achse dieses Gewicht landet. Genau dort entsteht der typische Fehler: Ein Fahrzeug kann rechnerisch noch 100 kg Gesamtreserve haben, während die Hinterachse durch Heckgarage, Fahrradträger oder Wasserbehälter schon an ihrer Grenze ist.
Für die Beladung zählt deshalb die Reihenfolge: erst Gesamtreserve prüfen, dann Achslasten getrennt betrachten. Der Zuladungs- und Restnutzlast-Rechner zeigt, wie viel Gewicht insgesamt noch verfügbar ist. Danach verteilt der Achslastverteilungs-Rechner eine Zusatzlast auf Vorder- und Hinterachse und vergleicht sie optional mit den zulässigen Achslasten aus der Zulassungsbescheinigung Teil I.
Besonders kritisch sind Lasten weit hinten. Sie erhöhen die Hinterachslast stärker als eine gleich schwere Tasche nahe der Fahrzeugmitte. Der Ratgeber Achslast richtig verteilen und beladen erklärt den Hebeleffekt mit einem Heckträger-Beispiel.
Wenn der Rechner eine negative Achsreserve ausgibt, ist die Gesamtzuladung nicht die rettende Gegenrechnung. Dann muss Gewicht reduziert, weiter nach vorn verlagert oder achsweise gewogen werden. Stand: 20.08.2026.